Die Veranstaltung wurde vom 27.06.2026 auf Mittwoch, 01.07.2026, verschoben!
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.
Anmeldung erforderlich → hier klicken
Aus aktuellem Anlass möchten wir uns dem Thema „Petrolismus“ widmen. Der Stoff Erdöl und seine Auswirkungen auf Gedanken, Gesellschaften und Umwelt soll aus verschiedenen Perspektiven und auf verschiedene Weisen beleuchtet werden. Denn es geht in der aktuellen durch den Irankrieg hervorgerufenen Krise nicht nur um den Preis des Benzins an der Tankstelle; sondern es wird deutlich, dass dieser Stoff quasi omnipräsent ist und in unzähligen Produkten vorkommt, bei denen man ihn nicht vermutet oder seine Anwesenheit (bewusst?) ignoriert. Auch psychologische Aspekte sollen zur Sprache kommen: Inwieweit liegt nicht nur eine Abhängigkeit, sondern gar eine Sucht vor, sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene? Eine Sucht, die nicht unbedingt bewusst ist, aber das Verhalten doch, vielleicht umso stärker, prägt und auch politisch eventuell irrationale Handlungen nach sich zieht.
Um diese und andere Fragen zur „Petromoderne“ soll sich unsere Veranstaltung drehen.
19:00 Uhr – Panel:
Petromoderne und Petrolismus
In dieser Podiumsdiskussion wollen wir den „Petrolismus“ und seine Folgen beleuchten und dabei nicht nur die westlichen Länder – die Verbraucher – in den Blick nehmen, sondern auch die Länder im Nahen Osten – die Produzenten (und Verbraucher).
Zunächst sollen die historischen, sozialen und politischen Zusammenhänge näher beleuchtet werden. Ahmed Abushouk wird über die Anglo-Persian Oil Company referieren, eine der Vorläuferinnen der heutigen Aktiengesellschaft BP. Bereits 2020 erschien, leider bislang nur in arabischer Sprache, sein Buch „Die Anglo-Persian Oil Company und die arabischen Golfstaaten“, in dem die Auswirkungen der Ölindustrie auf die Region untersucht werden, insbesondere die Entwicklung der Golfstaaten von eher armen zu den wohlhabendsten der arabischen Halbinsel.
Wie lange kann dieses Wachstum weitergehen, ist die Frage, die Samuli Schielke stellt. Ist ein immerwährendes Wachstum möglich, wie es das Dogma des real existierenden Kapitalismus insinuiert? Stimmt die Annahme, dass man durch bloßes Wollen immer mehr haben und Wachstum endlos sein kann? Ist nicht schlussendlich das, was als menschliches Verdienst gewertet wird, nur ein Profit aus dem sich derzeit neuer Höhenflüge erfreuenden Extraktivismus, dessen Endlichkeit auf Seiten einiger Entscheidungsträger beharrlich als Aberglaube deklariert wird – aber ist nicht sie die Realität, während der Glaube auf Seiten der Negierer liegt?
Der wohlbekannte Terminus der Nachhaltigkeit ist eine Antwort auf diese Fragen, der nach langem Vorlauf in der Gesellschaft auch in der Politik angekommen ist, die sich aber doch so schwer tut mit der Umsetzung einer dieser Nachhaltigkeit folgenden Energiepolitik. Ibrahim Mohamad, der das Panel moderiert, wird ein Schlaglicht werfen auf Wirtschafts- und Steuerpolitik, besonders in Deutschland, und wie ein durch sie geschaffenes Investitionsklima die sogenannte Energiewende fördert oder behindert.
Panel in arabischer Sprache, mit Simultanübersetzung ins Deutsche. Mit Prof. Ahmed Ibrahim Abushouk (via Zoom), Dr. Samuli Schielke, moderiert von Dr. Ibrahim Mohamad.
Ab ca. 20:30 Uhr – Buffet
Zum Ausklang laden wir zu einem kleinen Buffet mit Mezze und sommerlichen Salaten ein.
Kommt vorbei, diskutiert mit und bringt eure Perspektiven ein!
Eine Veranstaltung von Ibn Rushd Fund e.V.

IBN RUSHD FUND – EINGETRAGENER VEREIN MIT ANERKANNTER GEMEINNÜTZIGKEIT