Springe zum Inhalt

„As I Open My Eyes“ von Leyla Bouzid (2015)

„As I open my eyes“, der erste Spielfilm der 1984 in Tunesien geborenen Leyla Bouzid, erzählt die Geschichte der 18-jährigen Farah, die 2010, direkt nach dem Abitur, als Sängerin in einer Rockband auftritt. Sie schreibt regimekritische Songtexte und verliebt sich in den Gitarristen Borhène, bis sie in die Fänge des Geheimdienstes gerät  und im Gefängnis. Ihre Mutter Fayat setzt alle Hebel in Bewegung, um ihre Tochter zurückzubekommen ...

Leyla Bouzid schildert den seelischen, körperlichen und gesellschaftlichen Druck, der in Tunesien kurz vor dem Ausbruch des arabischen Frühlings auf allen lastete, nicht zuletzt durch die mitreißenden Songs, die den ganzen Film durchziehen.

2015 wurde er beim Filmfestival von Venedig gezeigt, wo er mit dem Publikumspreis und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Wir zeigen „As I open my eyes“ in Kooperation mit der Tunesischen Botschaft in Berlin.

Aus einem Gespräch mit Leyla Bouzid

Der Film spielt in der Ära Ben Ali, aber das Drehbuch entstand erst nach seiner Absetzung. Wie entwickelte sich die Arbeit bezüglich der historischen Veränderungen in Tunesien?

Als die Revolution im Gang war, spürte man überall den Willen, sie filmend festzuhalten und abzubilden. Auch ich wollte zeigen, was wir erlebt und erlitten hatten: den erstickenden Alltag, die Allmacht der Polizei, die Überwachung, die Angst und die Paranoia, die die Tunesier in 23 Jahren angesammelt hatten. Die Revolution überraschte die ganze Welt, kam aber nicht aus dem Nichts. Für mich war klar, dass man die Vergangenheit schnell angehen musste, solange der Wind der Freiheit noch wehte.

Waren Sie sich während der Dreharbeiten bewusst, dass die Freiheiten bereits wieder beschnitten wurden? Befürchteten Sie nicht, die Epoche Ben Ali vor Ihrer Kamera aufleben zu sehen?

Ich war mir vor allem bewusst, dass ich den Film schnell fertigstellen musste, solange noch Zeit war. Und dass es wichtig war, die Angst der Leute unter Ben Ali zu zeigen, die Aspekte jener Jahre, die man nicht mehr wollte, sie festzuhalten als eine Art Schutzschild gegen ein mögliches Wiederaufflammen. Während des Drehs merkte ich, dass viele diese Jahre schon vergessen hatten. Die Leute haben die Reflexe jener Epoche verloren und auch die Erinnerung an die damaligen Ängste. Das ist unter gewissen Gesichtspunkten gar nicht so schlecht, es ist, als hätten wir es bereits hinter uns. Auf der andern Seite muss man sich aber gegen den Gedächtnisschwund wehren. Das ist eine der Funktionen des Kinos.

Sie sprechen von Angst gegenüber dem Polizeiapparat, aber es gibt auch die Bedrohung durch den Terrorismus, die schwer auf Tunesien lastet. Die Religion ist zudem im Film völlig abwesend.

Im Fokus steht die aktive, aufbrausende Jugend, die Musik und Konzerte machen will, die sich künstlerisch ausdrücken möchte. Die Religion steht in ihrem Leben nicht im Vordergrund. Mich interessierte es, diese energiegeladenen und kreativen jungen Menschen zu filmen. Eine Jugend, die täglich für ihre schiere Existenz kämpft und von der man selten spricht. Die Einzigen, die in den Medien regelmäßig einen Platz bekommen, sind jene, die sich dem Extremismus oder der Gewalt hingeben. Mir scheint es wichtig darauf hinzuweisen, dass es auch eine vitale, lebensbejahende junge Generation gibt, der ich mit Farah eine Stimme geben wollte, die von einem Terror mundtot gemacht wird, der aus dem System selbst kommt.

 

„As I Open My Eyes“ von Leyla Bouzid (2015)
„As I open my eyes“, der erste Spielfilm der 1984 in Tunesien geborenen Leyla Bouzid, erzählt die Geschichte der 18-jährigen Farah, die 2010, direkt nach dem Abitur, als Sängerin in einer Rockband auftritt. Sie schreibt regimekritische Songtexte und verliebt sich in den Gitarristen Borhène, bis sie in die Fänge des Geheimdienstes gerät  und im Gefängnis. Ihre Mutter Fayat setzt alle Hebel in Bewegung, um ihre Tochter zurückzubekommen ...
Leyla Bouzid schildert den seelischen, körperlichen und gesellschaftlichen Druck, der in Tunesien kurz vor dem Ausbruch des arabischen Frühlings auf allen lastete, nicht zuletzt durch die mitreißenden Songs, die den ganzen Film durchziehen.
2015 wurde er beim Filmfestival von Venedig gezeigt, wo er mit dem Publikumspreis und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Wir zeigen „As I open my eyes“ in Kooperation mit der Tunesischen Botschaft in Berlin.
Aus einem Gespräch mit Leyla Bouzid
Der Film spielt in der Ära Ben Ali, aber das Drehbuch entstand erst nach seiner Absetzung. Wie entwickelte sich die Arbeit bezüglich der historischen Veränderungen in Tunesien?
Als die Revolution im Gang war, spürte man überall den Willen, sie filmend festzuhalten und abzubilden. Auch ich wollte zeigen, was wir erlebt und erlitten hatten: den erstickenden Alltag, die Allmacht der Polizei, die Überwachung, die Angst und die Paranoia, die die Tunesier in 23 Jahren angesammelt hatten. Die Revolution überraschte die ganze Welt, kam aber nicht aus dem Nichts. Für mich war klar, dass man die Vergangenheit schnell angehen musste, solange der Wind der Freiheit noch wehte.
Waren Sie sich während der Dreharbeiten bewusst, dass die Freiheiten bereits wieder beschnitten wurden? Befürchteten Sie nicht, die Epoche Ben Ali vor Ihrer Kamera aufleben zu sehen?
Ich war mir vor allem bewusst, dass ich den Film schnell fertigstellen musste, solange noch Zeit war. Und dass es wichtig war, die Angst der Leute unter Ben Ali zu zeigen, die Aspekte jener Jahre, die man nicht mehr wollte, sie festzuhalten als eine Art Schutzschild gegen ein mögliches Wiederaufflammen. Während des Drehs merkte ich, dass viele diese Jahre schon vergessen hatten. Die Leute haben die Reflexe jener Epoche verloren und auch die Erinnerung an die damaligen Ängste. Das ist unter gewissen Gesichtspunkten gar nicht so schlecht, es ist, als hätten wir es bereits hinter uns. Auf der andern Seite muss man sich aber gegen den Gedächtnisschwund wehren. Das ist eine der Funktionen des Kinos.
Sie sprechen von Angst gegenüber dem Polizeiapparat, aber es gibt auch die Bedrohung durch den Terrorismus, die schwer auf Tunesien lastet. Die Religion ist zudem im Film völlig abwesend.
Im Fokus steht die aktive, aufbrausende Jugend, die Musik und Konzerte machen will, die sich künstlerisch ausdrücken möchte. Die Religion steht in ihrem Leben nicht im Vordergrund. Mich interessierte es, diese energiegeladenen und kreativen jungen Menschen zu filmen. Eine Jugend, die täglich für ihre schiere Existenz kämpft und von der man selten spricht. Die Einzigen, die in den Medien regelmäßig einen Platz bekommen, sind jene, die sich dem Extremismus oder der Gewalt hingeben. Mir scheint es wichtig darauf hinzuweisen, dass es auch eine vitale, lebensbejahende junge Generation gibt, der ich mit Farah eine Stimme geben wollte, die von einem Terror mundtot gemacht wird, der aus dem System selbst kommt.
 

Jede Woche zeigen wir einen Film für Kinder ab 5 Jahre in unserem "Hörsaalkino" - offen für alle Kinder aus der Nachbarschaft!

Es gibt Kekse zu Beginn und anschliessend sprechen wir noch über den Film.

Was, wenn alte und neue Westender*innen, Junge und Alte, Frauen und Männer die Ulme35 zusammen in einen Sehnsuchts(t)raum verwandeln und in einem großen gemeinsamen Tanzprojekt zum Leben bringen?

Gemeinsam mit der Choreographin Be Van Vark von "Tänzer ohne Grenzen" und Julek Kreutzer probieren wir das im Juni aus.

Alte und neue Westender*innen von 12 bis 99 Jahren waren herzlich eingeladen, ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmenden wurde gemeinsam eine Tanzperformance entwickelt, die wir nun am 22. Juni aufführen wollen.

Und so sah es aus, als Be Van Vark im Februar 2019 die Stadt Halle zum Tanzen brachte:

(Farsi unten)

Bibliothek der Heimaten ist ein Projekt der Asylothek Berlin, MADA e.V. und den Interkulturanstalten Westend in der „Ulme 35“.

Das Angebot

Wir bieten Bücher in verschiedenen Sprachen an. Der Schwerpunkt ist moderne Literatur aus aller Welt und deren Übersetzung in andere Sprachen. Der größte Bestand sind derzeit arabische Bücher, gefolgt von Büchern in Deutsch, Englisch und in Farsi/Dari. Die Bibliothek der Heimaten bietet Kultur und Literatur verschiedener Länder und Regionen für alle Berlinerinnen und Berliner – neue wie alte – an.

Außerdem stehen Bücher für das Erlernen von Deutsch als Fremdsprache zur Verfügung. Die Bibliothek besitzt auch Literatur zu Deutschland und Berlin. Wir bauen unser Angebot weiter aus.

Wir suchen Helferinnen und Helfer!
Für Spenden bitte melden bei: berlin.spende@asylothek.de

Adresse und Kontakt

Bibliothek der Heimaten
Ulmenallee 35, 14050 Berlin
E-Mail: berlin@asylothek.de

 

کتابخانه هایم‌آتن (Heimaten)

پروژه کتابخانه کاری مشترک از Asylothek Berlin, MADA e.V و Interkulturanstalten Westend در «Ulme 35».

آدرس و اطلاعات تماس:

کتابخانه هایم‌آتن (Heimaten)

Ulmenallee 35, 14050 Berlin

ایمیل: berlin@asylothek.de

ساعت کار از تاریخ ۲۶ می ۲۰۱۸:

چهارشنبه‌ها: ۶ تا ۸ بعد از ظهر

شنبه‌ها: ۴ تا ۷ بعد از ظهر

خدمات ما:

ما کتاب‌هایی از ادبیات مدرن سراسر دنیا برای شما تهیه کرده‌ایم که شامل کتاب‌های ترجمه شده به زبان‌های دیگر است. در حال حاضر بزرگترین مجموعه کتاب‌ها به زبان عربی اختصاص دارد و پس از آن زبان‌های آلمانی، انگلیسی و فارسی/دری. کتابخانه‌ی ما دیدگاه خوبی درباره کشورها و مذهب‌ها برای ساکنین جدید و قدیمی برلین فراهم می‌کند.

همچنین کتاب‌های آموزشی زبان آلمانی نیز در دسترس قرار دارند. این کتابخانه به طور مرتب کتاب‌های تازه به مجموعه‌ی خود اضافه می‌کند و از یاری شما در این زمینه استقبال می‌کند. هر کسی می‌تواند عضوی از مجموعه‌ی ما باشد.

برای اطلاعات بیشتر با ما تماس بگیرید: berlin.spende@asylothek.de

 

Regelmäßige Sprechstunden in den Unterkünften

Die Integrationslotsinnen und -lotsen bieten regelmäßige Sprechstunden in Unterkünften für Geflüchtete an. Sie erklären das alltägliche Leben in Deutschland und machen mit der fremden Kultur bekannt.  Integrationslotsinnen und Integrationslotsen sind selbst Neu-Berliner*innen. Sie helfen Sprachbarrieren zu überwinden und zwischen Kulturen gemeinsames Verständnis zu fördern. Sie vermitteln Informationen zu Aufenthalt, Deutschkurse, Jobcenter / Sozialamt, Kita und Schule, Krankenversicherung, medizinische und therapeutische Versorgung, Freizeitangebote und vieles mehr.
Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Begleitung und Unterstützung von Menschen zu Terminen und Angeboten in ganz Berlin. Zusätzlich findet eine offene Sprechstunde in den Räumen der Projekte statt. Hier geht es vor allem um die Unterstützung bei der Erledigung von Post, dem Ausfüllen von Anträgen, sowie der Verweisberatung in spezialisierten Einrichtungen.
Die Integrationslotsinnen und -lotsen unterstützen geflüchtete Menschen bei den ersten Schritten des Ankommens in Berlin, begleiten aber auch Menschen mit Migrationshintergrund, die schon länger in der Stadt leben und noch Unterstützung benötigen.

(Farsi unten)

Bibliothek der Heimaten ist ein Projekt der Asylothek Berlin, MADA e.V. und den Interkulturanstalten Westend in der „Ulme 35“.

Das Angebot

Wir bieten Bücher in verschiedenen Sprachen an. Der Schwerpunkt ist moderne Literatur aus aller Welt und deren Übersetzung in andere Sprachen. Der größte Bestand sind derzeit arabische Bücher, gefolgt von Büchern in Deutsch, Englisch und in Farsi/Dari. Die Bibliothek der Heimaten bietet Kultur und Literatur verschiedener Länder und Regionen für alle Berlinerinnen und Berliner – neue wie alte – an.

Außerdem stehen Bücher für das Erlernen von Deutsch als Fremdsprache zur Verfügung. Die Bibliothek besitzt auch Literatur zu Deutschland und Berlin. Wir bauen unser Angebot weiter aus.

Wir suchen Helferinnen und Helfer!
Für Spenden bitte melden bei: berlin.spende@asylothek.de

Adresse und Kontakt

Bibliothek der Heimaten
Ulmenallee 35, 14050 Berlin
E-Mail: berlin@asylothek.de

 

کتابخانه هایم‌آتن (Heimaten)

پروژه کتابخانه کاری مشترک از Asylothek Berlin, MADA e.V و Interkulturanstalten Westend در «Ulme 35».

آدرس و اطلاعات تماس:

کتابخانه هایم‌آتن (Heimaten)

Ulmenallee 35, 14050 Berlin

ایمیل: berlin@asylothek.de

ساعت کار از تاریخ ۲۶ می ۲۰۱۸:

چهارشنبه‌ها: ۶ تا ۸ بعد از ظهر

شنبه‌ها: ۴ تا ۷ بعد از ظهر

خدمات ما:

ما کتاب‌هایی از ادبیات مدرن سراسر دنیا برای شما تهیه کرده‌ایم که شامل کتاب‌های ترجمه شده به زبان‌های دیگر است. در حال حاضر بزرگترین مجموعه کتاب‌ها به زبان عربی اختصاص دارد و پس از آن زبان‌های آلمانی، انگلیسی و فارسی/دری. کتابخانه‌ی ما دیدگاه خوبی درباره کشورها و مذهب‌ها برای ساکنین جدید و قدیمی برلین فراهم می‌کند.

همچنین کتاب‌های آموزشی زبان آلمانی نیز در دسترس قرار دارند. این کتابخانه به طور مرتب کتاب‌های تازه به مجموعه‌ی خود اضافه می‌کند و از یاری شما در این زمینه استقبال می‌کند. هر کسی می‌تواند عضوی از مجموعه‌ی ما باشد.

برای اطلاعات بیشتر با ما تماس بگیرید: berlin.spende@asylothek.de

 

Übungskurs Deutsch B2
· Grammatik verstehen und anwenden
· Texte lesen, verstehen und diskutieren
Wir treffen uns mittwochs von 16.30 bis 18.30 Uhr.

Diesmal mit einem besonderen Gast: der Begegnungschor probt zeitgleich im Hörsaal und freut sich über neue Interessierte. Alle Teilnehmer des Sprachcafés sind herzlich willkommen, die offene Probe zu besuchen!

Mit Verstärkung von Studenten aus der Freien Universität!

Deutsch lernen ist okay. Aber wo kann ich denn Deutsch sprechen –
über dies und das, ohne Stress mit Spaß?

erzählen, lachen, Tee trinken, zuhören, fragen und
sprechen, sprechen, sprechen….

Wer? Deutsche Nachbarn und Geflüchtete, Mann und Frau, Jung und Alt. In kleinen Gruppen, mit und ohne Wein, aber immer mit einem Thema, das uns gemeinsam interessiert. Also bringt gern eure Fragen und Ideen mit.

Wann? Jeden Mittwochabend pünktlich ab 18.30 Uhr.