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Du mein Olivenbaum an der Elbe – Lesung und Musik mit Wahid Nader und Issa Fayad

Datum/Zeit
Datum - 15.07.2017
19:00 - 21:00 Uhr


„Du mein Olivenbaum an der Elbe“
Deutsch-arabische Lesung mit Musik
Autor: Dr. Wahid Nader
Musiker: Issa Fayad
أمسية شعريّة موسيقيّة باللغتين العربيّة والألمانيّة
الشّاعر: وحيد نادر
الموسيقي: عيسى فيّاضDer in Syrien geborene Dichter Wahid Nader lebt in Magdeburg seit mehr als 30 Jahren.
Seit 2009 ist das lyrische Wirken die zentrale Aufgabe in seinem täglichen Leben geworden. Seitdem versucht er Brücken zwischen der deutschen und der arabischen Kultur zu schlagen. Inzwischen hat er mehrere Bücher bedeutender arabischer und deutscher Schriftsteller übersetzt, wie die Nobelpreisträgerin Herta Müller, Erich Fried, Daniela Danz und Kathrin Schmidt. Dafür wurde ihm der Deutsch-Arabische Übersetzerpreis des Goethe-Institutes/Regionalleitung Nordafrika-Nahost in Kairo in der Kategorie „Etablierte Übersetzer“ auf der Leipziger Buchmesse 2012 verliehen. Aus der arabischen in die deutsche Sprache übertrug er das lyrische Werk des Exildichters FarajBayrakdar
Am 15. Juli 2017 liest der Dichter Texte aus seinem neuen Manuskript: „“Verbrennung der Myrte“ und aus seinen älteren deutschen und arabischen Lyrikbänden.
Der Inhalt seiner Texte spiegelt sein Leben in Deutschland wieder, das zwischen zwei Kulturen zerrissen ist. Er führt die Zuhörer in sein Dorf am Mittelmeer, dessen Mädchen wie die Früchte des Maulbeerbaumes und dessen Jungen wie in den Bergen die Wege sind, zum Olivenbaum an der Elbe, zu der Frau, die er hier im für ihn kalten Land kennen gelernt und geheiratet hat. In seiner bildreichen Sprache spart er nicht mit Erotik wie in seinem Gedicht „Im Wind“.
Im Wind
Wie Segel/flattern wir im Wind./Dein Kleid fliegt und/blendet mich./Wir straucheln/und fallen wie Äste/Hals um Hals und/Bein auf Bein./Tausendschön unser Bett/und Pollennebel/
unsere Decke.


In einigen seiner Gedichte thematisiert er den Krieg, in anderen die Zeit, in der einer seiner Freunde vierzehn Jahre wegen seines politischen Engagements in Haft verbrachte. Naders Gedichte werfen Schatten über Syrien, den Euphrat und die Wüste.
Heimat
Für Syrien 2013
Im trockenen Holunder/kämpfen zwei Raben./Nicht verloren,/aber nirgendwo in mir/finde ich dich, Syrien./Dein Tag ist farbenblind,/und die Gazellen lieben sich nicht mehr/auf deinen Nebelfeldern./
Ein Söldner/grillt meinen Traum von dir/im Feuer./Mit Schüssen/pflückt ein Scharfschütze/die Hyazinthen/von deinem Grab./Zwei Raben kämpfen/um den trockenen Holunder.Mit seiner orientalischen Laute gestaltet der syrische Musiker und Sänger Issa Fayad den musikalischen Rahmen der Veranstaltung.